P f e r d e b e g e g n u n g
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Von der Sehnsucht zu den Pferden

Hören: Es war Sommer, ein heißer Sommer und ich musste Mittagsschlaf machen: Hufgetrabbel. Eine große Sehnsucht, die ich noch heute spüren kann, füllte mich ganz aus. Ich wollte zum Fenster, ich wollte sie sehen, ich wollte zu ihnen hin – aber es ging nicht.

 

Sehen: Auf dem Schulweg im Sommer standen sie auf der Weide und ich schaute aus dem Autofenster zu ihnen herüber – jeden Tag. Es waren Norweger – ich wollte zu ihnen hin, ich wollte sie berühren – aber es ging nicht.

 

Fühlen: Im Urlaub im Sommer in Dänemark. Da standen sie auf der Weide, ich wollte zu ihnen hin und  - meine Eltern hielten an. Über den Zaun konnte ich sie streicheln – für einen Moment war das große Gefühl der Sehnsucht überwunden.

 

Lesen: Ich verschlang alles, was mir in die Finger kam vom „Schwarzen Hengst Bento“ bis zu einem Dressurbuch. Meine Sehnsucht blieb.

 

Sitzen: Wieder war es Sommer.  Jeden Abend fuhren meine Schwester, eine Freundin und ich zu Wodka: ein uneingerittenes Pferd, auf dem wir saßen und dabei reiten lernten, weil wir nicht herunterfallen wollten. Der Besitzer wollte seinen Dreijährigen an Sattel und Reiter gewöhnen und wir Mädchen wollten aufs Pferd. Ohne Unterricht, ohne jegliche Reitausrüstung, jeden Abend mindestens fünf Mal auf einen knochenharten ausgedörrten Weideboden gefallen und wieder

aufgestiegen – am Ende des Sommers fielen wir nicht mehr herunter.

 

Reiten: Weihnachten kam ein Gutschein in Sütterlinschrift, den mir mein Vater nach unendlicher Spannung vorlas: 10 Reitstunden – meine reiterliche Ausbildung begann.

 

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